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Geschichtliche Entwicklung der Rettungswache Rottenburg
Der Rettungsdienst in Rottenburg fand seine Anfänge in den sechziger Jahren, genau lässt sich das Jahr nicht mehr recherchieren.
In der Anfangszeit wurde am Krankenhaus Rottenburg eine Garage zur Verfügung gestellt, in der ein Krankenwagen (KTW), des Typs DB 180 Diesel, untergestellt wurde. Ehrenamtliche Helfer, die Mitglieder beim Deutschen Roten Kreuz Ortsverein Rottenburg waren, besetzten das Fahrzeug.
Diese Kräfte machten den Dienst freiwillig und unentgeltlich von Zuhause aus. Notrufe wurden zu dieser Zeit von den diensthabenden Ordensschwestern entgegengenommen, w elche anschließend die Helfer alarmierten.
Die Einsatzrelevanten Daten wurden von der Schwester auf einen Zettel notiert und dem ersteintreffenden Kollegen in einem Korb übergeben. Dieser wurde an einem Seil vom obersten Stock des Krankenhauses abgeseilt.
Diese Vorgehensweise wurde bis Anfang 1975 beibehalten. Die Einsätze nahmen zu dieser Zeit ein Ausmaß an, welche den nebenberuflichen Rahmen sprengten. Der DRK Kreisverband Tübingen stellte für die Wache Rottenburg den ersten hauptamtlichen Mitarbeiter, Walter Albus, ein.
Walter Albus „kniete“ sich dann sofort in seine neue Tätigkeit und richtete in der Ankerschule (jetziger Handelshof) die erste Rettungswache ein. Fortan liefen auch die Notrufe direkt auf der Wache auf. Waren die Kollegen im Einsatz meldete sich der Anrufbeantworter mit dem Hinweis auf die Rettungsleitstelle in Tübingen, welche sich zu diesem Zeitpunkt in der Kornhausstrasse befand.
Schon kurze Z eit später, am 15.05.1975 wurde das Personal auf der Wache mit Otto Raible, späterer Wachenleiter der Rettungswache Ergenzingen, erweitert. Zu Unterstützung stellte man ihnen die Zivildienstleistenden (ZDL) Bernhard Zientek und Thomas Geiger an die Seite. Diese beiden wurden dann im Bekleidungsgeschäft „Trachten Nägele“ in Tübingen, mit der grauen Uniform des Roten Kreuzes ausgestattet.
Bernhard Zientek wuchs so in die Tätigkeit beim Rettungsdienst hinein, dass er am 01.09.1976 als dritter hauptamtlicher Mitarbeiter und zugleich stellvertretender Rettungswachenleiter das Team verstärkte.
Die Alarmierung erfolgte zu diesem Zeitpunkt immer noch über das Telefon, welches durch das DRK zur Verfügung gestellt wurde.
Die Dienstzeiten waren nun von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr und von 17.00 Uhr bis 07.00 Uhr festgelegt. Ausnahmen waren die Wochenenden, an denen der Dienst Freitagabends um 17.00 Uhr begann und Montagmorgen um 07.00 Uhr endete.
Tagsüber war das Rettungsmittel (Hanomag/Henschel) mit einem Hauptamtlichen und einem ZDL besetzt. Bei Urlaub oder Krankheit übernahm dann der Hausmeister des Krankenhauses die Aufgabe des Fahrers.
Nachts war die Besatzung ebenso mit einem Hauptamtlichen und einem ZDL, oder Ehrenamtlichen besetzt. Bei Urlaub oder Ausfall eines Kollegen, geschah es dann auch schon mal, dass der ZDL mit einem Ehrenamtlichen alleine zu den Einsätzen ausrückte.
Die Ausstattung der Fahrzeuge war zu diesem Zeitpunkt noch sehr spartanisch. Es gab weder EKG, noch Funkmeldeempfänger, oder ähnliche Gerätschaften, welche für den heutigen Stand selbstverständlich sind.
Ebenso unterschied sich die damalige Ausbildung der verschiedenen Kollegen. Hauptamtliche Kollegen wurden als Rettungssanitäter I ausgebildet. Dazu mussten sie für zwei Wochen auf die Landesschule, vier Wochen in eine Klinik und zur Abschlussprüfung nochmals eine Woche auf die Schule. Ein ZDL absolvierte einen Erste Hilfe Kurs und erhielt eine zweiwöchige Schulung auf der Landesschule des DRK in Pfalzgrafenweiler.
1980 begann eine neue Rettungsdienstära. Das Rettungszentrum in der Sülchenstrasse wurde eröffnet und das DRK zog dort ein. Mit der Dienstkleidung orientierte man sich am Krankenhauspersonal und trug somit weiße Hosen und ein weißes Pflegerhemd. Der Kreisverband installierte ein Notarztsystem. Der Standort des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) war nun die Chirurgische Klinik, in der Calwerstrasse, in Tübingen (heutige Frauenklinik). Die Alarmierung wurde modernisiert und Funkmeldeempfänger für jedes Fahrzeug angeschafft.
Die Fahrzeuge (DB 508 und DB 308) wurden mit EKG, Beatmungsgerät und weiteren medizinischen Geräten aufgerüstet.
Der Weg zum modernen Rettungsdienst war somit geebnet.
1989 wurde dann auch der Beruf des „Sankafahrers“ anerkannt und erhielt die Bezeichnung „Rettungsassistent“.
Der Mann der ersten Stunde ging 1998 in seinen wohlverdienten Ruhestand und Bernhard Zientek übernahm die Leitung der Rettungswache. Deren Personal war zwischenzeitlich auf fünf hauptamtliche Rettungsassistenten und fünf Zivildienstleistende erweitert worden.
Gerhard Weiss übernahm das Amt des Stellvertreters mit Freuden und das Team wurde mit Peter Rein ergänzt. Dieser wechselte im September 2008 zur Hauptwache nach Tübingen. Die Kollegen Hans Rudi Teller und Markus Lüdtke vervollständigen das Team in Rottenburg bis heute.
2007 stellte Bernhard Zientek sein Amt als Rettungswachenleiter aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung.
Als neuer Rettungswachenleiter wurde zum 01.05.2008 Gerhard Fuchs, vom Kreisverband Tübingen, mit dieser Aufgabe betraut.
Aktuell sind auf der Rettungswache Rottenburg ein Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein Krankentransportwagen stationiert.
Chronologie:
- Mitte der sechziger Jahre begann der ehrenamtliche Rettungsdienst in Rottenburg
- 01.01.1975 erster Hauptamtlicher Mitarbeiter Walter Albus als Rettungswachenleiter
- 1975 Fahrzeuge: 1 RTW (Hanomag Henschel) 1978 und 1 KTW VW Bully
- 1975 Personalaufstockung mit Otto Raiber sowie ZDL Bernhard Zientek und Thomas Geiger
- 1. Rettungswache im Gebäude der Ankerschule (jetziger Handelshof)
- 1976 Bernhard Zientek wird Hauptamtlicher und stv. Rettungswachenleiter
- 1980 Umzug der Wache ins Rettungszentrum Sülchenstr. 24
- 1980 Einführung der Alarmierung über Funkmeldeempfänger
- 1989 Berufsbild Rettungsassistent wird anerkannt
- 1990 Personalaufstockung mit Gerhard Weiss
- 1996 Personalaufstockung mit Peter Rein
- 1998 Walter Albus geht in den Ruhestand
- 1998 Bernhard Zientek wird neuer Rettungswachenleiter, sein Stellvertreter Gerhard Weiss
- 1998 Personalaufstockung mit Hans Rudi Teller
- 2000 Personalaufstockung mit Markus Lüdtke
- 2005 Der Rettungswache wird ein NEF im Tagdienst zugeordnet
- 2007 Bernhard Zientek gibt aus gesundheitlichen Gründen die Aufgabe des Rettungswachenleiters ab.
- 2008 Gerhard Fuchs wird neuer Rettungswachenleiter
- 2010 Gerhard Fuchs und Matthias Judt (Rettungswachenleiter Tübingen) tauschen ihre Stellen.
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